Skip to content

Interview mit Jürgen Amrein – seit über 10 Jahren 1.Vorstand des SVE

Hallo Jürgen,

Du bist nun seit über einer Dekade Vorstand beim SV Eschbach. Was zeichnet den Sportverein für Dich aus und woher holst Du deine Motivation?

Den Sportverein Eschbach zeichnen viele Dinge aus. Das geht von einem unglaublich guten Miteinander, nicht nur innerhalb einzelner Abteilungen, sondern auch abteilungsübergreifend, bis hin zu einer sehr großen Akzeptanz innerhalb des Ortes. Aber auch außerhalb von Eschbach genießen wir aufgrund des großen vereinsinternen Engagements bei vielen Gelegenheiten einen guten Ruf – zumindest habe ich bislang nichts anderes gehört. Das alles ist Motivation genug. 

In den letzten Jahren hat der SVE einiges erreicht. Gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern wurde in mühevoller Arbeit mit der neuen Platzanlage eine komplett neue Infrastruktur erschaffen, die sich sehen lassen kann. Hättest Du dir bei den ersten Gesprächen zum Umbau so etwas erträumt?

Träume hat man immer. Auch als es darum ging, dass wir hier in Eschbach unbedingt einen Kunstrasenplatz brauchen. Der alte, meistens eigentlich unbespielbare Platz bot für den Fußball in Eschbach keine Zukunft. Wir lagen bis 2014, sowohl was den Platz als auch die Infrastruktur betraf, weit unterhalb der gängigen Standards und es wäre kaum möglich gewesen, Spieler zu halten oder zu holen, auch Jugendspieler. Dass sich die ganze Anlage nun so entwickelt hat, wie sie heute dasteht, ist aber schon sensationell. Der Dank gilt natürlich in allererste Linie der Stadt und ihrem Alt-OB Martin Albers, aber auch den unglaublich vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die das alles so nicht möglich gewesen wäre. 

Das Vorstandsteam des SVE besteht aus vielen verschiedenen Positionen und Ämtern. Beschreibe doch mal den Alltag des 1. Vorstands?

Es gibt eigentlich keinen Alltag, die allermeisten Tätigkeiten richten sich an jeweils aktuellen Gegebenheiten aus, seien es die Vorbereitungen von Theater, Kabarett oder Sportfest oder die Wahrnehmung diverser Termine aller Art. Man führt immer mal wieder, anlassbezogen oder auch nur so, Gespräche mit anderen Vereinen, mit politischen Mandatsträgern, vor allem aber mit eigenen Mitgliedern. Man macht sich häufig Gedanken darüber, wie was gelaufen ist, was man besser machen kann. Es ist alles sehr vielfältig, meistens sehr interessant und macht in der Regel auch viel Spaß. 

Du hast durch Deine Ehrenämter nun wirklich viel Erfahrung mit unterschiedlichsten Generationen gemacht. Was können die jungen Wilden von den alten Hasen lernen? Gibt es sogar Dinge, welche die Jungen heute gar besser machen?

Ich glaube, dass in erster Linie das Verantwortungsbewusstsein die allergrößte Rolle spielt. Ich meine, dass sich viele der „Jungen Wilden“ nicht so recht oder gar nicht immer darüber bewusst sind, was alles dazu gehört, dass so ein Verein funktioniert, dass ihnen ihr Hobby, speziell das Fußball spielen, hier in Eschbach ermöglicht wird.

Zuviel wird einfach als gegeben hingenommen, ohne dass man sich Gedanken darüber macht, wie es dazu gekommen ist, was für ein Aufwand dafür getrieben wurde und wird, wieviel persönliches Engagement von einigen wenigen für viele andere dahintersteckt. Ich möchte hier nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber ich würde mir schon wünschen, dass das alles mehr gewürdigt und respektiert wird und dass man sich an die Regeln hält. Es ist auch Aufgabe aller Verantwortlichen, Trainer und Betreuer, dieses immer wieder mal auch anzusprechen. 

Bereits an der Hauptversammlung hast du klargemacht, dass du den Platz des 1. Vorstands nach dieser Amtsperiode gerne an einen jungen und dynamischen Nachfolger abgeben möchtest. Welch einen Typ Mensch braucht man dafür?

Jung und dynamisch ist natürlich relativ. Es gibt außer der Volljährigkeit keine Altersbeschränkung. Es braucht aber jemanden, der sich mit dem Verein zu 100% identifiziert, dem der Verein und seine Menschen wichtig sind. Und der bereit ist, die eine oder Stunde seiner Freizeit für den Verein „zu opfern“. Dafür gibt es auch immer wieder viele unglaublich schöne Stunden und Erlebnisse zu genießen. Zweckmäßig wäre es natürlich, wenn sich jemand aus dem Verein selbst finden würde, der das Umfeld und die Gegebenheiten wenigstens einigermaßen kennt. 

Hand aufs Herz – gibt es Dinge, welche Du im Nachhinein hättest anders entschieden, wenn Du Sie rückwirkend betrachtest?

Oh je, das ist schwierig, mir fällt da auch gerade nichts ein und außerdem habe ich allein kaum was entschieden. Der SVE ist ja kein Ein-Mann-Betrieb. So gut wie alle Entscheidungen sind innerhalb der Vorstandschaft besprochen und entschieden worden, oftmals  nach Vorgesprächen mit weiteren, sehr  kompetenten Vereinsmitgliedern. Was mir im Nachhinein fehlt ist eine Tiefgarage für den Vorstand im Vereinsheim (Scherz!). 

Was würdest du dem SV Eschbach für die kommenden Jahre wünschen?

Natürlich alles Gute und dass sich immer Menschen finden,  die den Verein selbstlos unterstützen und weiterbringen.

 Letzte Frage:  Als Gladbach Fan ist man seit neustem ja wieder erfolgsverwöhnt. Meinst Du,  der SV Eschbach braucht auch wieder 24 Jahre bis er mal wieder was zu feiern hat?

Na ja, die Gladbach-Euphorie bekommt ja gerade wieder einige Dämpfer.

Auf den  Fußball in Eschbach bezogen: Glaube ich nicht. Es wird sicherlich auch in näherer Zukunft Meisterschaften und Aufstiege von SVE-Mannschaften geben, sei es in der Jugend oder bei den Aktiven.  Weiterhin sollte eigentlich auch immer  gefeiert werden, wenn es gelingt, Spieler für die Aktivmannschaften aus der eigenen Jugend zu gewinnen. Dies ist bei weitem nicht mehr selbstverständlich, gerade bei einem kleinen Verein wie wir es sind. Zum einen ist der demographische Wandel ein Problem, zum anderen natürlich die vielerlei anderen Freizeit- bzw. Sport-Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Das Ziel für die 1. Mannschaft sollte aber immer mindestens die Kreisliga A sein, der wir 10 Jahre angehörten. Rückblickend betrachtet waren das ganz klar die besten Zeiten des Vereins. Und dieses Ziel sollte nicht langfristig gesehen werden, sondern eher mittelfristig, vielleicht in 3 – 4 Jahren. Wenn es früher klappen sollte umso besser.

Scroll To Top